Die Geschichte des Hauses
Prinzessin Charlotte, die älteste Tochter König Friedrich Wilhelm III. und seiner Gemahlin Königin Luise, heiratete am 13. Juli 1817 den russischen Großfürsten und späteren Zaren Nikolaus. Im Sommer 1818 besuchte Friedrich Wilhelm III. seine Tochter in Petersburg und wurde u.a. in einem Blockhaus nach russischem Muster empfangen. Dieses einfache Haus muß dem König gefallen haben, denn er faßte den Plan, ein gleiches Haus in der Nähe der Pfaueninsel erbauen zu lassen, um seiner Tochter und deren Gemahl bei ihrem Gegenbesuch eine Überraschung zu bereiten. Ein Kapitän vom Garde-Pionier-Batl. in Berlin wurde beauftragt, nach den in Petersburg entworfenen Plänen das Blockhaus zu errichten.

Im Jahre 1819 entstand binnen sechs Wochen diese Anlage, die heute zahlreichen Besuchern ein beliebtes Ausflugsziel ist. In demselben Jahre trafen aus Petersburg der Großfürst und seine Gemahlin in Potsdam ein.Der König führte das junge Paar auf die Höhe bei der Pfaueninsel und sagte zu seiner Tochter: " Siehe, ein russisches Bauernhaus! Es ist eine vollkommene Kopie des Blockhauses, das dir so gut gefiel und in welchem wir froh waren, als ich euch in Petersburg besuchte. Du wünschtest damals ein solches Haus und meintest, man könne darin ebenso vergnügt sein wie in einem kaiserlichen Palaste. Deine Worte habe ich nie vergessen und dir zum Andenken daran ein solches Haus erbauen lassen. Heute wollen wir es einweihen und nach dem dir teuren Namen soll es immer heißen: `Nikolskoe´ (d.h. Nikolauseigen)."

Nachdem Nikolskoe errichtet war, faßte Friedrich Wilhelm III. den Entschluß, hier oben auch eine Kirche nach russischem Stil bauen zu lassen. Die Baupläne entwarfen der Baurat Stüler und Hofbaurat Schadow, der auch während der Bauzeit in den Jahren 1834-1837 im Blockhaus wohnte. Die Kirche wurde auf den Namen "St. Peter und Paul" getauft. Von 1820-1857 hatte der Leibkutscher des Königs, Iwan, die Verwaltung und Sauberhaltung des Blockhauses erhalten; die vorderen und oberen Räume waren für den Hofstaat reserviert. Obwohl es vor 100 Jahren durchaus nicht leicht war, diese Sehenswürdigkeiten zu erreichen, mehrten sich nach Einführung der Eisenbahn und Dampferlinien die Besucherzahlen in der Folgezeit in dem Maße, daß der findige Iwan bald mit Speis und Trank die einheimischen und auch fremden Besucher bewirten konnte.
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